Senior Schläger

Senior Schläger

 

 

Senior Schläger

 

Der Verein ehrt mit seinem neuen Namen einen Kirchenmann, der sich um das Wohl der Bürger der Stadt Hameln besonders verdient gemacht hat.

 

Dr. Franz Georg Ferdinand Schläger, genannt Senior Schläger, wurde am 27. Juni 1781 in Quickborn als Sohn eines Fähnrichs und späteren Amtsvogtes im Amt Bleckede geboren. Er besuchte die Domschule in Ratzeburg und studierte Theologie an der Georgia Augusta Universität in Göttingen. Nach einer Tätigkeit als Hauslehrer in Mecklenburg  übernahm er 1806 in Münden eine Stelle als Stadt- und Garnisionsprediger. 1815 folgte er einem Ruf als Pastor nach Lauterberg im Harz. Am 15. 12. 1822 übertrug das Konsistorium in Hannover ihm das Amt des ersten Predigers in der Hamelner Hauptpfarrei, der Marktkirche. Bis zu seinem Tode am 22. Oktober 1869 war er ununterbrochen als Seelsorger in Hameln tätig.

 

Senior Schläger heiratete am 20. August 1815 Katharina M. Röhlig. In der Ehe wurden 13 Kinder geboren, von denen 7 schon im Kindesalter verstarben. Seine Ehefrau starb am 25. Juli 1865. Drei Söhne und zwei Töchter lebten noch am Todestag des Seniors. Einer der Söhne, nämlich August Schläger, wurde Konsul und war als solcher u. a. in Österreich tätig. Er war verheiratet mit Anna Katharina geb. Böning. Aus dieser Ehe ging der am 8. 7. 1867 in Hannover geborene Sohn Berthold hervor, der Arzt wurde und sich 1894 in Hameln niederließ. Er war verheiratet mit Martha geb. Brauer. Sie hatten 2 Kinder. Dr. Berthold Schläger erwarb 1898 das Wohngrundstück in Hameln, Mühlenstraße 1. Hier hatte er seine Arztpraxis und dort wohnte er auch bis zu seinem Tode am 16. 5. 1948. Seine Erben verkauften 1953 dieses Grundstück an den Zahnarzt Dr. Otto Hannigbrinck, der seine Praxis 1970 an seinen Sohn, Dr. Klaus Hannigbrinck übertrug, der in diesem Hause bis März 2009 seine Zahnarztpraxis unterhielt. Zum 1. April 2009 geht das Grundstück in das Eigentum des Vereins über.

 

Die Tatsache, dass in dem Hause Mühlenstraße 1 Nachkommen des Seniors Schläger gewohnt und gewirkt hatten, veranlassten den Verein, dieses Haus nach dem verdienten Kirchenmann zu benennen. Pastor Schläger hat sich insbesondere um das Wohl der ärmeren Menschen gesorgt. Er war ein Mann, der die Not der Menschen wahrnahm und immer bemüht war, sie zu lindern. Er war Mitglied im General-Armen-Collegium, gründete die „Hamelner Anzeigen zum Besten der Armen“, um aus dem Erlös Hilfsbedürftige zu unterstützen.  Er betreute Strafentlassene und Wandergesellen, setzte sich für Kranke ein und war als Seelsorger der Hamelner Strafanstalt um gute Behandlung der Verurteilten und deren Resozialisierung bemüht. Dabei arbeitete er eng und vertrauensvoll mit seinem Freund, dem damaligen Bürgermeister und Leiter der Haftanstalt Domeier zusammen.Er gründete u. a. einen Verein zur Unterstützung armer Wöchnerinnen, eine Verpflegungsanstalt für kranke Dienstboten, richtete eine Suppenküche für Hilfsbedürftige ein und sorgte sich darum, dassObdachlose in Hameln eine Unterkunft bekamen. Dass er in Hameln als begnadeter Organisator die Gründung einer Sparkasse angeregt hatte, sich um Gesang und Kultur kümmerte, die Hamelner Höhere Töchterschule einrichtete und jahrelang neben seinem Amt als Pastor leitete, darf nicht unerwähnt bleiben. Nicht umsonst hat die Bürgerschaft ihn 1875 mit dem Denkmal vor der Münsterkirche besonders geehrt.  Der neue Name des Vereins verpflichtet uns, im Sinne des Seniors Schläger für die Ärmeren in unserem Landkreis einzutreten und ihnen zu helfen.